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Ruth Kleiber/ Monika Bamert
Eine Fremdsprache an der Primarschule. Wir müssen uns entschliessen, sollen wir den Brückenschlag wagen zwischen Moderne und Tradition, sollen wir die Weltsprache Englisch der Landessprache Französisch vorziehen. Oder entschliessen wir uns für zwei Fremdsprachen an der Primarschule, auch wenn man ganz genau weiss, dass die schwächere Hälfte der Schülerinnen und Schüler überfordert sind, z.B. an der Mittelstufe, mit 5 Lektionen Deutsch, 2 Lektionen Französisch und neu nochmals 2 Lektionen Englisch, das gibt zusammen pro Woche 9 Lektionen Sprachfächer. Das ist nach meiner Ansicht einfach zuviel, daher unterstütze ich die Initiative.

Vielen Kindern wird die Schule "verleiden", wenn sie merken, dass sie den Anforderungen nicht mehr genügen und sie daher immer mehr ins Hintertreffen kommen, da nützen auch Stütz- und Fördermassnahmen in Deutsch, Englisch und Französisch nicht mehr viel.
Eine Sprache lernen ist mit Knochenarbeit verbunden, wenn es gelingt, die Kinder für diese Knochenarbeit zu motivieren, dann kommt auch Freude auf bei den Kindern über den Erfolg des Erlernten, aber aufgepasst, alles Lernen hat seine Grenzen, man kann nicht beliebig neue Lerneinheiten und -Inhalte in die Lektionentafel der Schule hineinzwängen.

Ich bin Handarbeitslehrerin. Jeweils zu Weihnachten bekomme ich sehr liebe Grüsse von meinen Schülerinnen und Schülern. Ich möchte von einer Schülerin aus der 5. Klasse zitieren, eine Schülerin die leicht lernt, sehr gerne zur Schule geht und sicher einmal das Gymnasium besuchen wird. Hier einen Auszug aus dem Gruss eben dieser Schülerin, ich zitiere: "Wieder durfte ich ein ganzes Jahr in die Handarbeit gehen. Es ist schön, einmal von der Mathe und Sprache wegzukommen."

Wir verlangen eine ganzheitliche Bildung, eine Schule, in der es den Schülern wohl ist. In einer solchen Atmosphäre sind die Schüler auch gewillt zu lernen. Es braucht eine Ausgewogenheit des Fächerkanons und da gehören unbedingt die musischen Fächer dazu, diese Fächer kann man nicht einfach wegrationalisieren und mit Lernen von Fremdsprachen ersetzen. Kinder bleiben Kinder und sollen auch Kinder bleiben, daher sind wir Erwachsenen in der Verantwortung, den Kindern den Bildungsrucksack mit einer ganzheitlichen, umfassenden Bildung zu füllen. Die Bildung darf nicht einseitig sein, das rächt sich früher oder später. Ich persönlich bin für Englisch an der Primarschule und Französisch auf der Oberstufe.


Ruth Kleiber, Handarbeitslehrerin
EVP-Gemeinderätin Winterthur, Präsidentin LehrerInnen-Verein Winterthur
Vize-Präsidentin Jugendmusikschule Winterthur
Tel 052 232 88 88 oder 076 388 48 89


Monika Bamert
Handarbeitslehrerin
a.Bezirksschulpflegerin
Tel 01 926 38 42 oder 079 650 55 59


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