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«Sprachqualität - so heisst die
Gretchenfrage!»
Chronologie der Sprachvorstösse
Seit Mai 2001 bis Januar 2004 fordern die Zürcher
Lehrerverbände in Sachen Fremdsprachen nur eines: Sprachqualität!
Diese gelte es zu garantieren! Die Erstsprachenfrage (ob zuerst
Französisch oder Englisch) komme hingegen erst an zweiter Stelle.
"Sprachqualität - so heisst die Gretchenfrage!"
war das Leitmotiv von allem Anfang an. Die Konsequenz daraus kristallisierte
sich unter dem Motto "Zwei Fremdsprachen an der Primarschule
sind zu viel!" Es wurde zum unüberhörbaren Warnruf
durch fast drei Jahre hindurch.
Als Erste engagierten sich ab Mai 2001 die SekZH (Sekundarlehrkräfte
des Kantons Zürich) mit Recherchen und Vorstössen, und
sie kämpfen seither massgeblich an vorderster Front bis zum
heutigen Tag. Andere Lehrerverbände folgten, allen voran die
ZKM (Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz) in enger Zusammenarbeit
mit der SekZH. Schliesslich kam im Oktober 2003 die Zürcher
Schulsynode mit ihren Begutachtungsresultaten aus allen 23 Schulkapiteln
zum gleichen Schluss: "Die Lehrerschaft lehnt zwei Fremdsprachen
an der Primarschule ab".
Vorstösse:
- Mai 2001: Die SekZH ersuchen in einem Brief den
Präsidenten der EDK, Regierungsrat Stöckling, St. Gallen,
um eine "Denkpause für Qualitätssicherung" im
Fremdsprachenunterricht.
- Mai 2001: Die SekZH weisen in einem Brief an alle
26 Mitglieder der EDK darauf hin, dass zwei Fremdsprachen an der
Primarschule zu viel seien. Das Gebot der Stunde sei, die Rahmenbedingungen
für einen qualifizierten Fremdsprachenunterricht abzuklären
("Sprachqualität"!) und vorerst nicht die Frage,
welches die Einstiegssprache zu sein habe.
- Juli 2001: Rolf Saurenmann, Pressegruppe SekZH,
fasst seine Recherchen bei eidgenössischen Politikerinnen und
Politikern mit dem programmatischen Titel seines Artikels zusammen:
"Sprachqualität - so heisst die Gretchenfrage!".
Darin die Kernaussage der damaligen Genfer Erziehungsdirektorin
und Vizepräsidentin der EDK, Martine Brunschwig Graf: "Zwei
Fremdsprachen an der Primarschule sind zu viel!"
- August 2001: Die SekZH wenden sich an die Bildungskommission
des Zürcher Kantonsrates (KBIK) und fordern diese auf, bei
der Vorberatung des neuen Volksschulgesetzes dafür zu sorgen,
dass bei der obligatorischen Einführung einer Fremdsprache
das Gesamtsprachenkonzept, die Gesamtbelastung von Schülerschaft
und Schule sowie der Gesamtfächerkanon berücksichtigt
werden.
- Oktober 2001: Der Lehrerinnen- und Lehrerverein
der Stadt Zürich (LZ) alarmiert die Stadtzürcher Lehrerschaft
und verlangt von seinem kantonalen Dachverband, dem ZLV, eine Denkpause
bei der Fremdsprachenfrage.
- Oktober 2001: Die SekZH machen die Deutschschweizer
Medien darauf aufmerksam, dass die Zürcher Bildungsdirektion
in einer Hauruckaktion möglichst rasch eine zweite Fremdsprache
an der Primarschule einführen wolle: Dies ungeachtet all der
ungelösten Probleme und trotz schlechter Zwischenevaluation
der Universität Zürich für das Zürcher Frühenglisch
(Projekt 21).
- April 2002: Die SekZH (Sekundarlehrer) und die ZKM
(Mittelstufenlehrer) gelangen in einer Grossaktion (Flyer und Begleitbrief)
an alle Lehrkräfte der Zürcher Volksschule und alle Schulpflegen
des Kantons Zürich, ferner an alle EDK-Mitglieder, an Bildungsfachleute
und die Medien der gesamten Schweiz:
Der PISA-Schock rufe nach der Priorität eines
soliden Deutschunterrichtes auf allen Schulstufen. Daher dürfe
das Sprachenfuder nicht überladen werden: Zwei Fremdsprachen
an der Primarschule seien zu viel! (in einer Mitgliederumfrage der
ZKM von 86% befürwortet).
- Juni 2002: Der ZLV (Zürcher Lehrerinnen- und
Lehrerverband) schliesst sich der Forderung der übrigen Lehrerverbände
an: "Zwei Fremdsprachen an der Primarschule sind zu viel!"
- März 2003: Zusammen mit politischen Gegnern
des Volkschulgesetzes fordern SekZH und ZKM den Zürcher Bildungsrat
auf, auf seinen Frühenglischbeschluss vom 14. 3. 2003 zurückzukommen:
Zwei Fremdsprachen seien zu viel, und das geplante (immersive) Frühenglisch
sei eine vorprogrammierte Totgeburt! Die Erstsprachenfrage sei durch
das längst fällige Gesamtsprachenkonzept und einen demokratischen
Volksentscheid zu lösen.
- Oktober 2003: Die Zürcher Schulsynode lehnt
zwei Fremdsprachen an der Primarschule ab, ebenfalls die Verknüpfung
von "Mensch und Umwelt" mit Englisch (Immersion). Sie
fordert ein Gesamtsprachenkonzept und die Evaluierung der neuen
Sprachmodelle in einem Schulversuch. --> Hier
finden Sie das Protokoll der Abgeordnetenkonferenz, an der die Thesen
der Zürcher Schulsynode verabschiedet wurden.
- Januar 2004: Unsere Volksinitiative fordert nur
eine Fremdsprache an der Primarschule. Zusätzlich, als Anregung
zur Diskussion, wird ein mögliches Sprachenkonzept vorgeschlagen:
Englisch obligatorisch an der Primarschule (als traditionelles Sprachfach,
ohne Immersion); Französisch und Englisch obligatorisch an
der Sekundarstufe.
Doch trotz all dieser Vorstösse: Die Zürcher
Bildungsdirektion hält an zwei Fremdsprachen an der Primarschule
und an der flächendeckenden Einführung von (höchstwahrscheinlich
immersivem) Frühenglisch ab August 2005 fest. Daher unsere
Antwort: die Volksinitiative!
Rolf Saurenmann, Männedorf
Pressegruppe SekZH

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