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Die kantonale Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache an der Primarschule - diese dafür richtig» wurde am 26. November 2006 vom Zürcher Stimmvolk abgelehnt. Mit einem Ja-Stimmenanteil von 41.4% hat die Zürcher Bevölkerung mit grossem Vorbehalt der Einführung von zwei Fremdsprachen zugestimmt. Die Arbeitsgemeinschaft «Schule mit Zukunft» wird die Umsetzung von zwei Fremdsprachen an der Primarschule kritisch verfolgen.
Medienmitteilung
Arbeitsgemeinschaft für praxisorientierte Schulreformen
5. Juli 2004
Unterschriftenübergabe der Zürcher Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache an der Primarschule diese dafür richtig»
Sprachen: Nacheinander statt Durcheinander!
Am 5.7.2004 wurde in Zürich die kantonale Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache an der Primarschule» mit 13891 Unterschriften eingereicht. Ein überparteiliches Komitee wendet sich gegen den Beschluss der Regierung, bereits in der Primarschule zwei Fremdsprachen einzuführen. Die meisten Kinder wären damit überfordert. Statt solider Sprachgrundlagen hätten wir ein Durcheinander. Durch zu starke Sprachlastigkeit würden zudem andere Bereiche wie Naturwissenschaften oder musisch-handwerkliche Fächer vernachlässigt..weiter

Mitglieder des Initiativkomitees bei der Übergabe im Zürcher Rathaus:
«Fergesst nicht der Untericht in deutsch! Liber nur eine fremd Sprache an der primarschuhle!»
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Die Begründungen für unsere Initiative:
Zwei Fremdsprachen an der Primarschule sind
zu viel
Zwei Fremdsprachen an der Primarschule neben
Mundart und Hochdeutsch werden einen Grossteil der Schülerinnen
und Schüler überfordern. Deshalb fordert die gesamte Zürcher
Lehrerschaft die Schulsynode nur eine obligatorische
Fremdsprache an der Primarschule. Die zweite Fremdsprache soll daher
erst in der Oberstufe beginnen.
Deutsch hat absolute Priorität
Die PISA-Studie hat bestätigt, was Lehrmeister und höhere
Schulen seit langem bemängeln: Die Lesekompetenz sinkt, auch
bei Schweizer Schülerinnen und Schülern. Bei 20% der Fünfzehnjährigen
ist sie
gar ungenügend und deshalb berufsgefährdend. Das Beherrschen
der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist Voraussetzung für
das Lernen in allen Gebieten. Darum hat ein solider Deutschunterricht
auf allen Schulstufen Priorität.
Unsere Schule braucht Kopf,
Herz und Hand
Sprachen lernt man nicht nebenbei. Eine zweite Fremdsprache braucht
Zeit, was unweigerlich zum Stundenabbau bei Handarbeit, Werken sowie
«Mensch und Umwelt» führt. Die Folge davon ist
eine kopflastigere Schule. Wer hier nicht mehr mitkommt, dem sind
bereits in der Mittelstufe die Chancen für den
Schulerfolg verbaut.
Keine Sprachenpolitik auf Kosten
unserer Kinder
Im Vordergrund müssen die Interessen unserer Kinder stehen,
deren bestmögliche Ausbildung und Vorbereitung auf zukünftige
Herausforderungen. Bildung ist der wichtigste «Rohstoff»,
den die Schweiz besitzt. Staatspolitische Aspekte unseres viersprachigen
Landes müssen in die Überlegungen mit einbezogen werden,
kommen jedoch erst an zweiter Stelle.

Das Initiativkomitee:
Claude Martin (Präsident Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz ZKM), Rotweg 57, 8820 Wädenswil; Rita Willimann, (Vize-Präsidentin SekZH, Sekundarlehrkräfte Kanton Zürich), Obere Fischbachstr. 4, 8932 Mettmenstetten; Hanspeter Amstutz (Kantonsrat), Tisliacher 23, 8320 Fehraltorf; Monika Bamert (Handarbeitslehrerin), Eichstr. 19k, 8712 Stäfa; Kurt Berliat (Gemeinderat Dübendorf, Bezirksschulpfleger Uster), Gartenstr. 12, 8600 Dübendorf; Regula Brandenberger (Kleinklassenlehrerin, Bezirksschulpflegerin Bülach), Geissbergstr. 24, 8302 Kloten; Bernhard Bregy (Sekundarlehrer, Vorstandsmitglied SekZH), Grünhaldenstr. 23, 8052 Zürich; Res Buchmann (Oberstufenlehrer), Im Schindlet, 8494 Bauma; Oskar Burri (Primarlehrer), Sunnetalstr. 11, 8117 Fällanden; Dr. phil. Eduard Crosina (ehem. Lehrer und Schulpfleger), Landstr. 25, 8472 Seuzach; Verena Flubacher (Berufsberaterin, Präsidentin Bezirksschulpflege Zürich), Hölderlinstr. 10, 8032 Zürich; Trudi Frey (Schulpflegerin), Bremgartnerstr. 104, 8953 Dietikon; Michael Froesch (Primarlehrer), Rebhaldenstr. 4B, 8910 Affoltern a.A.; Jürg Futter (Primarlehrer, ehem. Präsident Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz ZKM), Rebhalde 2a, 8166 Niederweningen; Dr. Hannes Geiges (Praxispädiater FPP, Schularzt), Spitalstr. 14, 8630 Rüti; Martin Graf (Stadtpräsident Illnau-Effretikon), Vogelbuckstrasse 35, 8307 Effretikon; Susanne Hänni (ElternForum, Dübendorf), Churfirstenstr. 24, 8600 Dübendorf; Matthias Hauser (Sekundarlehrer, Kantonsrat), Dorfstr. 33, 8194 Hüntwangen; Christoph Käsermann (Primarlehrer), Lachen, 8499 Sternenberg; Ruth Kleiber (Handarbeitslehrerin, Gemeinderätin Winterthur), Brunnerstr. 15, 8405 Winterthur; Hans-Peter Köhli (Pressegruppe SekZH), Arbental 256, 8045 Zürich; Esther Lauffer-Joos (Bezirksschulpflegerin Zürich), Bürglistr. 26, 8002 Zürich; Hans Lenzi (Vorstand ZKM, Medienschaffender BR), Soodstr. 20, 8134 Adliswil; Peter Mächler (Kantonsrat), Regulastr. 27, 8046 Zürich; Christa Meier (Präsidentin der Versammlung der Studierenden der PHZH, Geschäftsleitungsmitglied Hochschulversammlung), Neunbrunnenstr. 112, 8050 Zürich; Dr. jur.Walter Natsch (Rechtsanwalt), Habüelstr. 161, 8704 Herrliberg; Rosmarie Quadranti-Stahel (Schulpflegepräsidentin), Waldacherweg 11, 8604 Volketswil; Samuel Ramseyer (Kantonsrat, Berufsmilitär/Lehrgangsleiter), Steinackerstr. 3, 8172 Niederglatt; Annemarie Reich (Schulleiterin, Lehrerin), Tulpenstr. 3, 8610 Uster; Susanne Rihs (Kantonsrätin, Musiklehrerin), Wölflishalde 3, 8192 Glattfelden; Ines Rist (Kindergärtnerin), Tennmoosstr. 39, 8044 Gockhausen; Irène Rutishauser (Mittelstufenlehrerin), Seestr. 83, Rüschlikon; Rolf Saurenmann (Pressegruppe SekZH), Hofenstr. 80c, 8708 Männedorf; Annelies Schneider-Schatz (Kantonsrätin), Brunaustr. 6, 8345 Adetswil; Mirjam Sierszyn (Sekundarlehrerin), Gewerbeschulstr. 13, 8620 Wetzikon; Dr. phil. Charles Spillmann (Kantonsschullehrer), Isenbergstr. 24, 8913 Ottenbach; Richard Stiefel (dipl. Ing. ETH), Im Sträler 28, 8047 Zürich; Esther Stüssi (Primarlehrerin), Lehenstr. 21, 8037 Zürich; Inge Stutz (Fachlehrerin, Kantonsrätin), Breitistr. 16, 8460 Marthalen; Laurenz Styger (Kantonsrat, Hotelfachmann SSH), Döltschihalde 21, 8055 Zürich; Prof. Dr. Huldrych Thomann (Gymnasiallehrer, Prorektor), Sonnenhof 8, 8121 Benglen; Marcel Tischer (Primarlehrer), Melchior-Hirzel-Weg 23, 8910 Affoltern am Albis; Dr. Theo Toggweiler (Kantonsrat, ehem. Kreisschulpfleger Zürichberg), Lavaterstr. 87, 8002 Zürich; Ruedi Walder (Primarschulpfleger), Usterstr. 65, 8600 Dübendorf; Werner Wunderli (Bezirksschulpfleger), Auf der Burg, 8706 Meilen; Dr. h.c. Hans Wymann (a. Direktor Pestalozzianum u. ROS), Forchstr. 374, 8008 Zürich.

Die häufigsten Fragen zur Initiative:
1. Wird mit der Initiative Englisch als erste
Fremdsprache eingeführt?
Nein. Die Initiative verlangt lediglich
«nur eine Fremdsprache an der Primarschule». Welche
Sprache dies sein soll, lässt die Initiative offen. Das Initiativkomitee
macht jedoch den Vorschlag, Englisch als erste Fremdsprache zu wählen
und danach an der Oberstufe das Schwergewicht auf die französische
Sprache zu legen. Dies ist aber nur ein Vorschlag. Hier
finden Sie unsere Überlegungen dazu.
2. Wird die Initiative eine zweite Fremdsprache
als Freifach für lernfreudige SchülerInnen verbieten?
Nein. Die Initiative will lediglich verhindern,
dass eine zweite Fremdsprache an der
Primarschule für alle Schülerinnen und Schüler
obligatorisch erklärt wird.
3. Muss der Initiativbogen von der Gemeinde
geprüft werden, bevor man ihn zurückschickt?
Nein. Der Initiativbogen muss von in der
Schweiz stimmberechtigten Personen unterschrieben werden und kann
dann direkt an das Initiativkomitee eingesandt werden. Den unteren
Abschnitt für die Gemeinde einfach leer lassen. Erst nachdem
das Initiativkomitee alle Unterschriften beim Kanton eingereicht
hat, wird dieser die Bogen an die Gemeinden senden zur Überprüfung
der Unterschriften.

Zur wissenschaftlichen Grundlage
Gibt es wissenschaftliche Studien, die
zwei Fremdsprachen an der Primarschule als unbedenklich einstufen? «Nein» sagt Rudolf Wachter:

Das meinen die Mitglieder des Initiativkomitees
zur Initiative:
Der Kinderarzt Hannes Geiges erzählt von
den Erfahrungen, die er in seiner Praxis macht. Mit der Einführung
einer zweiten Fremdsprache an der Primarschule wird seiner Ansicht
nach «Die Schere zwischen begabten und weniger begabten Kindern
weiter auseinander gehen. Die Frustration, der Stress und die damit
verbundenen psychosomatischen Leiden werden zunehmen. Der Bedarf
an ärztlichen Konsultationen, an Therapien und an Medikamenten
wird steigen...weiter
Die Handarbeitslehrerinnen Ruth Kleiner und Monika
Bamert verlangen eine ganzheitliche Bildung: «Es braucht
eine Ausgewogenheit des Fächerkanons und da gehören unbedingt
die musischen Fächer dazu, diese Fächer kann man nicht
einfach wegrationalisieren und mit Lernen von Fremdsprachen ersetzen...weiter
Den langjährigen Lehrer und Schulpfleger Eduard
Crosina stört es, dass «wir Realisten
in Schulfragen in gewissen Zeitungen oft als Bremser und als "Ewiggestrige"
abqualifiziert werden...weiter
Weshalb setzen sich die Sekundarlehrer eigentlich
für die Initiative ein? Sie sind doch gar nicht betroffen.
Matthias Hauser, Sekundarlehrer und Kantonsrat erklärt,
weshalb die Lehrer der Oberstufe die Hauptleidtragenden sein werden
und erklärt an zwei anschaulichen Beispielen, wie ernst die
Situation bereits heute ist...weiter
Ist es heute nicht mehr so wichtig, gut Deutsch zu
lernen? Der Computer korrigiert ja heute die Fehler und verständigen
können wir uns alleweil. Huldrych Thomann, Prorektor
an einer Zürcher Kantonsschule, geht etwas weiter in die
Tiefe und lotet aus, wie unsere Kultur - ja unsere Identität
- von der Sprache abhängig ist und geprägt wird. Sein
Schluss:«Die Aneignung der Sprache spielt eine zentrale Rolle
bei der Entwicklung der menschlichen Intelligenz und Denkfähigkeit.
Der Prozess des Spracherwerbs ist lange und komplex; er führt
über zahlreiche Zwischenstadien. Es lohnt sich daher - im Interesse
der Kinder und im Hinblick auf die Förderung von deren Denkfähigkeit
-, für den schulischen Deutsch-Unterricht genug Zeit einzusetzen...weiter
Susanne Hänni, Mutter von vier Kindern
und Mitbegründerin eines Elternforums, hat den Eindruck, dass
die Bildungsverantwortlichen ihre Theorien in einer imaginären
Welt mit unbelasteten, lernfreudigen Schülern und perfekten
Lehrern verfolgen, «während ich als Mutter tagtäglich
sehe, wie die Schule mit riesigen Problemen kämpft und kontinuierlich
an Niveau einbüsst...weiter
Martin Graf, Stadtpräsident Illnau-Effretikon
und Vater von fünf Kindern hat sich die Aufsatzhefte der
5. Klasse von drei Generationen angesehen. Sein Vater schrieb anspruchsvolle
Texte in lupenreiner Schrift. Er selbst schrieb noch spannende Aufsätze,
wenn auch mit etwas mehr Fehlern. Und sein Sohn? Er hat kein Aufsatzheft
und keine Aufsätze mehr, nur lose Blätter. Und die wollte
er dem Vater nicht mitgeben, weil er sich schämte...weiter
Als Schulpflegepräsidentin in Volketswil
denkt Rosmarie Quadranti-Stahel praktisch und hat eine Menge
offener Fragen dazu, wie zwei Fremdsprachen an der Primarschule
umzusetzen wären...weiter
Rolf Saurenmann schliesslich, Rechercheur
und Promotor der ersten Stunde, fasst noch einmal zusammen...weiter

14. Jan. 04
Lancierung der kantonalen Volksinitiative
«Nur eine Fremdsprache an der Primarschule»
Pressekonferenz

Barbara Zenger und Markus Tischer
Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz (ZKM)
Ihr Referat |
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Urs P. Loosli
Präsident Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich
(SekZH)
Sein Referat
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Samuel Ramseyer
Kantonsrat
Sein Referat |

Weitere Unterlagen zur Pressekonferenz:
Warum das Initiativkomitee Englisch als
erste Fremdsprache vorschlägt und nicht Französisch.
Das Initiativkomitee hat sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt,
welche Sprache erste Fremdsprache sein soll. Rolf Saurenmann (Pressegruppe
SekZH) erläutert, weshalb man sich für Englisch entschieden
hat und warum die entscheidenende Frage nicht die Erstsprachenfrage
(zuerst Französisch oder Englisch?) ist, sondern die Sprachqualität.
Chronologie der Sprachvorstösse
vom Mai 2001 bis heute. Als Erste engagierten sich ab Mai 2001
die SekZH (Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich) mit
Recherchen und Vorstössen. Andere Lehrerverbände folgten,
allen voran die ZKM (Zürcher kantonale Mittelstufenkonferenz).
Im Herbst 2003 folgte die gesamte Zürcher
Schulsynode.
Praktiker und Wissenschafter
zur Sprachüberforderung. Was sagt die Wissenschaft zur
Machbarkeit von zwei Fremdsprachen auf der Primarschulstufe? Können
in der heutigen Schulrealität die Bedingungen erfüllt
werden, um überdauernde und qualitativ hoch stehende Lernerfolge
im Fremdsprachenunterricht zu bringen?
Die Bedingungen, die erfüllt sein müssten, damit ein früher
Fremdsprachenunterricht in den ersten Primarschulklassen überdauernde
und qualitativ hoch stehende Lernerfolge bringt, werden dargelegt
sowohl von --> Professor
Dr. Rudolf Wachter, Sprachwissenschaftler an den Universitäten
Basel und Freiburg i.Ü, wie auch von -->Prof.
Dr. Gerhard Steiner, Ordinarius für Psychologie und Vorsteher
der Abteilung "Entwicklung und Lernen" am Psychologischen
Institut der Universität Basel.

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